Susanne Gerdom: Die Erwählten von Aranea Hall

Lesepunkte: 4 Punkte
AutorIn: Susanne Gerdom
Titel: Die Erwählten von Aranea Hall
Verlag: Ueberreuter, 2017 ISBN: 978-3-7641-7070-7
Seiten: 384 Preis: 16,95 Euro
Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Rezensiert von: Hanna Losereit, 8.Klasse [Ricarda Huch Gymnasium Krefeld; Betreut von: Britta Taetz]

Die 16 Jährige Liz wird nach einem Autounfall nach Aranea Hall, ein Elite Internat auf einer kleinen Insel im Ärmelkanal, verbannt. Ihr Verdacht, dass sie in eine Besserungsanstalt für auffällig gewordene Teenager geschickt wurde, löst sich schnell auf, sobald sie die SchülerInnen und Ausstattung des Internats kennenlernt.

Zu Beginn treten viele Hürden und Probleme auf, die Liz bewältigen muss. Zum einen macht ihr die zickige Kaj, die ihr wie aus dem Gesicht geschnitten ist, das Leben zur Hölle und ausgerechnet die beiden attraktivsten Jungen der Schule scheinen ihr auf Schritt und Tritt zu folgen. Sie bemerkt bereits nach wenigen Tagen, dass es in Aranea Hall nicht mit rechten Dingen zugeht, und dringt dabei immer weiter in eine geheime Verschwörungstheorie zwischen zwei Geheimgesselschaften, den Arachne und den Nadir, ein. Sie findet heraus, dass ihre Mutter sie ihr ganzes Leben lang angelogen hat und kann bald nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden.Wem kann sie überhaupt noch vertrauen?

Das Cover ist in dunklen Blautönene gehalten. Im unteren Berreich ist das Internat mit dem Schattenumriss eines Mädchens abgebildet. Autorin und Titel des Buches sind vorne in pinker Schrift aufgedruckt. Ein filigranes weißes Spinnennetzt zieht sich wie ein Vorhang über den oberen Teil des Buches.

Ich muss sagen, dass ich anfangs etwas Probleme hatte, am Buch dranzubleiben. Als LeserIn findet man zwar erstaunlich gut in die Geschichte hinein, da man auch nicht mehr weiß, als die Protagonistin selbst, jedoch fand ich den Anfang etwas schleppend, weil lange Zeit nichts passiert ist.

Liz mochte ich von Anfang an gerne, auch wenn ihr rotziger und rebellischer Charakter erst einmal unsympathisch wirkte. Sie verkörpert den typischen missverstandenen Teenager. Da das Buch weitgehend in der Ich-Perspektive geschrieben ist, bekommt der Leser/die Leserin auch zahlreiche Einblicke in ihre Gedankenwelt, die mich des Öfteren durch ihren Sarkasmus und schlagfertigen Gedanken amüsiert haben. Die anderen Protagonisten fand ich ebenfalls gelungen und gut gewählt. An manchen Stellen hätte ich mich jedoch gefreut, wenn bestimmte Charaktere, wie zum Beispiel Liz Zimmergenossin, etwas besser beschrieben worden wären.

Das Ende ist gut, da alle Geheimnisse geklärt werden. Es war nicht zu abrupt und endete sogar recht romantisch. Meiner Meinung nach lässt die Autorin ihren LeserInnen jedoch zu lange im Dunkeln tappen, indem sich das Puzzle aus Geheimnissen viel zu spät zusammensetzten lässt. Für mich ist die Story erst im letzten Drittel der Geschichte richtig ins Rollen gekommen, was ich etwas schade fand. Dies kann aber auch daran liegen, dass ich mit diesem Genre bisher eher wenig befasst habe.

Mich hat das Buch gut unterhalten, auch wenn ich zuerst etwas skeptisch war. Wer lieber realistische Krimis liest, und keine Internatsgeschichten mag, sollte lieber die Finger von lassen. Dennoch kann ich das Buch jedem, der gerne eine erfrischende, spannende und romantisch angehauchte Story sucht, sehr ans Herz legen. Alles in allem ein gutes Jugendbuch.

Empfohlene Zitierweise

Hanna Losereit, Rezension von: Susanne Gerdom: Die Erwählten von Aranea Hall, In: LESEPUNKTE 2017, URL: https://lesepunkte.de/rezensionen/susanne-gerdom-die-erwaehlten-von-aranea-hall/
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