Stephen A. Smith: Revolution in Russland. Das zarenreich in der Krise

Lesepunkte: 5 Punkte
Autor: Stephen A. Smith
Titel: Revolution in Russland. Das Zarenreich in der Krise
Verlag: wbg Philipp von Zabern, 2017 ISBN: 978-3-8053-5068-6
Seiten: 496 Preis: 39,95 €
Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Rezensiert von: Jasmin Rother, 11. Klasse [Margarete-Steiff-Gymnasium Giengen a.d. Brenz; Betreut von: Julia Härtel] ]

Am 23. Februar 1917 brach sich der Unmut der russischen Bevölkerung in Unruhen Bahn. In Petrograd kam es zu einer schicksalhaften Revolution, die Russland für immer verändern sollte. Sie besiegelte den Untergang des alten zaristischen Regimes hin zu einem kommunistisch geprägten Staat, in dem die Hoffnung lag, die bis dahin bestehenden Klassenunterschiede zu überwinden. Die Februarrevolution mündete letztendlich in die Oktoberrevolution, die unter anderem eine der wohl blutigsten Abschnitte der russischen Geschichte bildet. Wie es dazu kam, was die Menschen damals bewegte und wie sich die Situation entwickelte, damit befasst sich der britische Historiker Steven A. Smith in seinem Sachbuch „Revolution in Russland – Das Zarenreich in der Krise“. Mit seiner ungewöhnlichen Chronologie von 1890 bis 1920 bietet dieses Buch einen weit gefächerten Überblick mit detaillierter Ausführung über alle Ereignisse zur russischen Revolution. Geschichtlich interessierten Lesern bietet dieses Werk eine Vielzahl an Eindrücken und Ausführlichkeit.
Smith steckt seinen Zeitrahmen bewusst so umfangreich, um dem Leser ein Gefühl für das russische Volk zu vermitteln. Darin befasst er sich auf den ersten paar Seiten mit der demografischen und ethnischen Zusammensetzung des russischen Reichs und der Frage, wie es gelingen kann, eine solche Vielfalt an Menschen zu einen. Im weiteren Verlauf der Handlung bekommt der Leser durch Fokussierung auf kleinere Themengebiete innerhalb eines großen Themengebiets sehr anschaulich geschildert, was genau am Vorabend der Revolution passiert ist und warum es zur Machtergreifung Stalins kam. Insbesondere das Bild- und Kartenmaterial lässt den Leser förmlich in die Geschehnisse eintauchen und das Thema greifbar wirken. Interessant ist auch, dass Smith unterschiedliche Historiker zitiert, um die Multiperspektivität über das Thema zu wahren, wodurch man dennoch genug Raum hat, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Ebenso nutzt er zahlreiche neue russische Quellen, um sowohl Entwicklungen und Auswirkungen als auch die Sicht der Geschehnisse aus russischer Perspektive widerzuspiegeln. So erfahren wir gar selbst, was Zar Nikolaus II. am Vorabend der Revolution dachte.
Insgesamt kann man sagen, dass dieses Buch ein „Muss“ für jeden Geschichtsliebhaber ist, aber auch „Allesleser“ ihre Freude daran finden können, dadurch, dass das Material sehr gut aufbereitet und spannend ist. Smith bemüht sich, den Leser/die Leserin mitzunehmen, indem er ihm/ihr eine Geschichte erzählt. Man fühlt sich nicht, als würde man ein trockenes Sachbuch lesen, in dem man mit einem Überfluss an Daten und Zahlen zurückgelassen wird. Trotz der Liebe zum Detail wird der Leser/die Leserin nicht allein gelassen. Ich empfinde dieses Werk als sehr angenehm zu lesen und würde es jedem empfehlen, der sich mit der russischen Geschichte im Detail auseinandersetzen möchte (vielleicht sogar für die Abitur-Vorbereitung). Das Buch erhält von mir 5 von 5 Lesepunkten.

Empfohlene Zitierweise

Jasmin Rother, Rezension von: Stephen A. Smith: Revolution in Russland. Das Zarenreich in der Krise. In: LESEPUNKTE 2018, https://lesepunkte.de/rezensionen/stephen-a-smith-revolution-in-russland-das-zarenreich-in-der-krise/
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