Natalie C. Anderson: City of Thieves

Lesepunkte: 4 Punkte
AutorIn: Natalie C. Anderson
Titel: City of Thieves
Verlag: dtv, 2018 ISBN: 978-3-423-74033-3
Seiten: 400 Preis: 14,95 €
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Rezensiert von: Stefanie Wichtler, 9. Klasse [Alexander-von-Humboldt-Schule Aßlar; Betreut von: Anke Paul]

Der Thriller „City Of Thieves“, geschrieben von Natalie C. Anderson und veröffentlicht von dtv, geht es um Tina und ihre Mutter, die aus dem Kongo vor dem Krieg geflüchtet sind und jetzt in Kenia, Sangui City, leben. Jahre nach der Geburt des zweiten Kindes wird Anju, die Mutter, getötet. Allerdings ist die Polizei nicht willens, diesen Fall zu klären, sodass Tina selbst Licht in die Sache bringen möchte, da sie meint, ganz genau zu wissen, wer ihre Mum getötet und sie und ihre Schwester Catherine aka Kiki damit zu Waisen gemacht hat. Außerdem möchte Tina ihre über alles geliebte Schwester nicht bei dem vermeintlichen Mörder, ihrem Vater, lassen.

Nachdem sie sich den Goondas, der führenden Straßengang, angeschlossen hat, hat sie Jahre Zeit, um ihre Rache zu planen, während Kiki gut behütet eine Klosterschule besucht. Als der lang ersehnte Tag endlich gekommen ist, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Und doch wird Tiny Girl bei dem scheinbar perfekten Versuch, in das bestgeschützte Haus am Ring, dem Villenviertel von Sangui City, einzubrechen, geschnappt. Um wieder frei zu kommen, geht sie einen Deal ein, den sie vorerst nicht ernst nimmt und ohnehin brechen will. Doch dieser Deal und die Erkenntnisse, die sie während dieser Zeit gewinnt, werden immer bedeutsamer für sie. Es gibt jedoch ein großes Problem: Sie arbeitet mit dem vermeintlichen Feind zusammen. Und das heißt, sie muss ihre Leute anlügen oder die Wahrheit weit ausdehnen. Doch DIE Gang der Stadt anzulügen, ist vielleicht nicht der beste Plan…

 

„City of Thieves“ ist grundsätzlich ein gutes Buch. Es ist schön geschrieben und die Wortwahl ist sehr gewählt. Auf der einen Seite war es schön, dass in einem afrikanischen Buch auch afrikanische Begriffe vorgekommen sind, wie zum Beispiel kijana.  So wurde die Hauptfigur des Öfteren angesprochen. Es Bedeutet so viel wie: Jugendlicher (Junge und Mädchen) und wird ähnlich verwendet wie das englische „kid“. Dies verleiht dem Buch Glaubwürdigkeit und es wirkt realitätsnäher. Allerding war das Lesen dadurch auch etwas anstrengend, da man sich nicht die ca. 40 Fremdwörter merken konnte und deswegen immer gerätselt und geraten oder im Glossar nachgeschlagen hat, was alles den Lesefluss unterbrochen hat.

Die Geschichte springt immer zwischen den aktuellen Geschehnissen und Gedanken von Tiny und den in der Vergangenheit liegenden Geschehnissen und Gedanken des Mädchens hin und her.

Ich etwas zwiegespalten, da auf der einen Seite das Buch schön geschrieben ist und es eine Fiktion aus verschiedenen realen Geschichten ist, die die Autorin von Flüchtlingen aus dem Kongo gehört hat, was ich an sich sehr gerne mag. Allerdings habe ich auf ca. 200 und von fast 400 Seiten das Thriller-Feeling vermisst. Beziehungsweise ist ein Thriller ein „Erzeugen eines Thrills, einer Spannung, die nicht nur in kurzen Passagen, sondern während des gesamten Handlungsverlaufs präsent ist, ein beständiges Spiel zwischen Anspannung und Erleichterung“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Thriller), weswegen ich das Buch nicht,  wie vorne auf dem Bucheinband beschrieben, als Thriller bezeichnen würde. Auch die Aussage der New York Times: “So spannend, dass man sich zwingen muss, eine Pause beim Lesen einzulegen und durchzuatmen“, würde ich so definitiv nicht unterschreiben, auch wenn ich das Buch insgesamt sehr gut fand.

Ich vergebe 4 von 5 Punkte für das Buch.

Empfohlene Zitierweise

Stefanie Wichtler, Rezension von: Natalie C. Anderson: City of Thieves. In: LESEPUNKTE 2018, https://lesepunkte.de/rezensionen/natalie-c-anderson-city-of-thieves/
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