Nagata Seiji: Hokusai

Lesepunkte: 3 Punkte
AutorIn: Nagata Seiji
Titel: Hokusai
Verlag: Nicolai Verlag 2011 ISBN: 78-3-89479-688-4
Seiten: 448 Preis: 39,95 Euro
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Rezensiert von: Annika Werly, 11. Klasse [Staatliches Wilhelmsgymnasium, München; Betreut von: Beate Pohlus]

2011 bot eine Ausstellung in Berlin Einblicke in das Leben und das Werk des japanischen Künstlers Katasushika Hokusai. Der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts geborene Maler, Zeichner und Grafiker darf wohl zu den bedeutendsten Künstlern überhaupt gezählt werden. Sehr berühmt ist sein Meisterwerk „Die große Welle vor Kanagava“.

Seine farbigen Holzschnitte, auf denen fratzenhafte Gesichter, flächige Gestalten in langen bunten Gewändern, exotische Figuren und Formeln und überdimensionierte Darstellungen aus der Natur zu sehen sind, scheinen der westlichen Welt auf den ersten Blick sehr fremd zu sein. Doch schon im 19. Jahrhundert wussten die KünstlerInnen aus dem Westen um den Wert solcher Holzschnitte und begannen die Werke von Hokusai und anderen Künstlern aus dem fernen Osten, wie Utamaro oder Hiroshige, zu sammeln. Beim Sammeln allein blieb es jedoch nicht. Zahlreich wurden Manet, Tissot, Whistler und co. von den exotische Formen und Sujets der japanischen Holzschnitte inspiriert, woraufhin sie diese in ihren Werken verarbeiteten. Unter anderem darüber informiert der Kunstkatalog „Hokusai“, der zum Anlass der Ausstellung in Berlin von Nagata Seiji herausgegeben wurde, und lässt uns die Holzschnitte aus dem Osten nicht mehr ganz so fremd erscheinen.

Der Katalog „Hokusai“ ist inhaltlich sehr strukturiert aufgebaut. Zunächst gibt er viele interessante Informationen über den Künstler selbst und sein Werk, über den in Europa ab der Mitte des 19. Jahrhunderts herrschenden Japonismus und über die Geschichte Japans und seiner Hauptstadt Edo zu Lebzeiten Hokusais. In manchen Teilen liefert der Katalog allerdings zu viele oberflächliche Fakten. Natürlich handelt es sich um keinen Roman. Allerdings würden ein paar Fakten weniger und mehr aufschlussreiche Hintergrundinformationen das Interesse des Lesers stärker aufrechterhalten.

Manche Inhalte hätten zudem vertieft werden können. So hätte das besondere und den Meisten wohl unbekannte Verfahren zur Herstellung eines solchen japanischen Farbholzschnitts erläutert werden dürfen.

Die Sprache des Katalogs „Hokusai“ ist sehr verständlich, auch ist die Aufmachung recht übersichtlich und ansprechend.

Im Anschluss daran sind die Holzschnitte und Zeichnungen Hokusais chronologisch aufgeführt. Zu einigen Bildern gibt es erläuternde Informationen über die Entstehung und den Bildinhalt, die zum Verstehen des Dargestellten hilfreich sind.

Hokusais farbige Holzschnitte sind vielleicht nicht die Art von Kunst, mit der man sich in der westlichen Welt vorrangig beschäftigt. Wenn man sich allerdings auf diese ganz andere Art der Kunst einlässt, bietet dieser Katalog dem Leser einige interessante Einblicke. Deshalb verdient der Katalog mindestens drei von fünf Lesepunkten und ist somit empfehlenswert.

Empfohlene Zitierweise

Annika Werly: Rezension von: Nagata Seiji: Hokusai, IN: LESEPUNKTE, URL: http://lesepunkte.de/rezensionen/nagata-seiji-hokusai/
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