Dorit Linke: Jenseits der blauen Grenze

Lesepunkte: 4 Punkte
Autor: Dorit Linke
Titel: Jenseits der blauen Grenze
Verlag: Magellan, 2016 ISBN: 978-3-7348-8201-2
Seiten: 303 Preis: 8,95 Euro
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Rezensiert von: Tobias Redant, 8. Klasse [Alexander-von-Humboldt-Schule Aßlar; Betreut von: Anke Paul]

Das Buch „Jenseits der blauen Grenze“ befasst sich mit der damaligen Situation in der DDR. Die Jugendlichen Hannah, aus deren Sicht erzählt wird, und Andreas flüchten über die Ostsee aus der DDR. Hannah ist eine gute Schülerin und schwimmt sehr gerne und gut. Andreas ist ihr bester Freund; er ist manchmal etwas vorlaut. Hannahs zweiter guter Freund ist Sachsen-Jensi; er kam neu in ihre Klasse und lebte vorher in Sachsen. Einige Zeit später fliegt Hannah wegen ihres Opas von der Schule und auch Andreas muss die Schule verlassen. Andreas kommt auf einen Werkhof, eine Art „Besserungsanstalt“. Für ihn ist es hier besonders schlimm, er spielt mit dem Gedanken sich umzubringen. Da beide kritisch gegenüber der DDR eingestellt sind, geraten sie schnell ins Visier der Staatsmacht. Letztendlich beschließen beide, aus der DDR zu fliehen. Im Westen wollen sie beide ein neues und besseres Leben führen. Dafür müssen sie aber alles andere, ihre Familie, Studiumspläne und Zukunft in der Heimat, aufgeben. Sie schwimmen 50 Kilometer über die Ostsee nach Westen. Um sich nicht zu verlieren, haben sie beide ein Seil um ihre Handgelenke geschnürt. Dieses Seil ist ihre einzige Gewissheit, dass der andere da ist. Während die beiden auf der Ostsee schwimmen, kommen ab und zu Suchboote und Schiffe in ihre Nähe und auch ein Suchscheinwerfer bereitet ihnen Probleme. Im Westen wollen sie beide ein neues und besseres Leben führen.

Am Anfang des Buches schwimmen Hannah und Andreas auf der Ostsee, zwischendurch gibt es Rückblenden und man erfährt die Geschichte von Hannah, Andreas und Sachsen-Jensi vor der Flucht. Aus diesen Rückblenden geht hervor, wie die Jugend damals in der DDR war und es werden auch ein paar Witze gemacht.

Ich finde das Buch gut, es ist interessant geschrieben und man kann viel über die DDR lernen. Manche Textstellen sind schwer zu verstehen und manchmal muss man Wörter nachschlagen. Ich würde das Buch an Jugendliche ab 13 Jahre weiterempfehlen. Der Handlungszusammenhang des Buches ist erst ab einem gewissen Alter verständlich, da er doch ziemlich komplex ist. Das Buch hat Taschenbuchformat; das ist sehr praktisch, da man es überall mithinnehmen und dort lesen kann. Auf den letzten Seiten gibt es ein Glossar, in dem einige Begriffe und Abkürzungen erklärt sind. Ich finde es sehr gut, dass es das Glossar gibt, da man ansonsten im Internet oder im Lexikon nachschlagen müsste. Das Buch enthält nur Text, keine Bilder. Es wäre von Vorteil, wenn man bereits historisches Fachwissen über die DDR hätte, bevor man das Buch liest. Wenn man sich nicht für die DDR interessiert, sollte man das Buch besser nicht lesen. Einschließlich des Glossars hat das Buch 303 Seiten.

Die Autorin lebte als Kind selbst in der DDR (in Rostock), daher bezieht sie ihr Wissen. Außerdem war sie Rettungsschwimmerin und mit 18 Jahren beim Mauerfall dabei. Heute lebt und arbeitet sie in Berlin.

Empfohlene Zitierweise

Tobias Redant, Rezension von: Dorit Linke: Jenseits der blauen Grenze, In: LESEPUNKTE, URL: https://lesepunkte.de/rezensionen/dorit-linke-jenseits-der-blauen-grenze/
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