Deniz Selek: Kismet – Oliven bei Vollmond

Lesepunkte: 4 Punkte
Autor: Deniz Selek
Titel: Kismet - Oliven bei Vollmond
Verlag: Fischer, 2016 ISBN: 978-3-596-81072-7
Seiten: 284 Preis: 7,99 Euro
Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Rezensiert von: Helene Marie Trunk, 6. Klasse [Liebfrauenschule, Köln; Betreut von: Christa Weber]

Der Jugendroman „Kismet Oliven bei Vollmond”, den die deutsch-türkische Autorin Deniz Selek geschrieben hat, behandelt die Themen Patchworkfamilie mit multikulturellem Hintergrund und das erste Verliebtsein.

Der Roman wurde 2013 im Fischer-Verlag veröffentlicht. Er ist der erste Band einer Trilogie. 2016 wurde er auch als Taschenbuch herausgegeben. Das Buch hat 285 Seiten und gliedert sich in 26 Kapitel. An seinem Ende findet sich ein einseitiges Glossar, das türkische Ausdrücke und Wörter erklärt.

Die Hauptfigur des Romans ist die fünfzehnjährige Jannah aus Hannover. Ihre Mutter Suzan stammt aus Antalya in der Türkei und ist gegen den Willen ihrer Eltern zum Studium nach Deutschland gekommen. Sie ist einerseits sehr modern, andererseits aber auch ein wenig abergläubisch. So trifft sie wichtige Entscheidungen nie an einem Dienstag, weil man zuhause in Antalya sagt, dass der Dienstag „wackelt”, sie glaubt, dass umgedrehte Schuhe Unglück bringen, und sie wäscht nur donnerstags Wäsche, weil man davon angeblich reich wird.

Eines Tages erfährt Jannah, dass die Mutter mit ihrem afrikanischen Freund Sebastian zusammenziehen möchte. Sebastian ist Inhaber der Werbeagentur, in der Jannahs Mutter arbeitet. Er hat zwei Kinder, Merrie und Ken. Und ausgerechnet in Ken ist Jannah heimlich verliebt. Ken ist ein Jahr älter und geht in die zehnte Klasse. Allerdings würdigt er Jannah keines Blickes, denn er hat nur Augen für Inés, ein Mädchen aus seiner Clique, die wiederum in einen anderen Jungen verliebt ist.

Bald steht der Umzug in die gemeinsame Wohnung in einem schönen Altbauviertel von Hannover bevor. In Jannahs Gefühlswelt geht es drunter und drüber. Als es dann um die Zimmeraufteilung geht, verhalten sich Ken, seine Schwester Merrie und Jannah bereits wie richtige Geschwister: Jeder möchte das schöne Erkerzimmer bekommen ...

Jannah hat eine beste Freundin, Lou. Ihr vertraut sie alle ihre Sorgen und Probleme an. Auf diese Weise erfährt der Leser/die Leserin viele Details über Jannahs neues Zuhause, über die Eifersüchteleien zwischen den Geschwistern Ken und Merrie sowie zwischen den Stiefgeschwistern, aber auch über Jannahs Gefühle für Ken, über die sie sich erst noch klar werden muss.

Es kommen einige Angewohnheiten von Ken zum Vorschein. So raucht er und bringt seine Tags an Schulgebäuden an. Jannah mag das nicht, sieht aber tolerant darüber hinweg. Der Leser/die Leserin kann gespannt sein, wie sich die Gefühle zwischen Ken und Jannah weiter entwickeln.

Nebenbei erhält der Leser/die Leserin auch Einblicke in die Bedeutung der Türkei in der Antike: Jannahs Großeltern besitzen ein Haus in Bodrum, einer kleinen Stadt im Südwesten der Türkei. Sie hat dort schon oft Urlaub mit ihrer Familie gemacht und kennt in der Gegend alle Sehenswürdigkeiten. Als Jannah ein Referat vor ihrer Klasse halten muss, erzählt sie spontan über Bodrum. Es sprudelt richtig aus ihr heraus. So berichtet sie, dass im alten Bodrum in der Antike eines der „Sieben Weltwunder” stand, nämlich das Mausoleum. Das prachtvolle Grabmahl ließ der König Mausolos für sich errichten.

Witzig sind auch die gemeinsamen Kochabende zu Hause, bei denen der Leser/die Leserin etwas über landestypische Spezialitäten aus der Türkei oder aus Äthiopien, wo Jannahs Stiefvater herstammt, erfährt.

Der Roman ist in einer einfachen und klaren Sprache geschrieben, so dass man ihn schnell durchlesen kann. Auch ältere Kinder und Jugendliche, die nicht so gerne lesen, kommen mit diesem Buch bestimmt gut zurecht.

Ich würde das Buch mit vier von fünf möglichen Punkten bewerten. Es ist witzig geschrieben und man kann sich gut in die Hauptfigur Jannah hineinversetzen. Der Handlungsstrang ist gut nachvollziehbar. Die Sprache ist mir aber manchmal ein wenig zu einfach. Deswegen gebe ich vier von fünf Punkten.

Empfohlene Zitierweise

Helene Marie Trunk, Rezension von: Deniz Selek: Kismet - Oliven bei Vollmond, In: LESEPUNKTE, URL: https://lesepunkte.de/rezensionen/deniz-selek-kismet-oliven-bei-vollmond/
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