Andreas Götz: Denn morgen sind wir tot

Lesepunkte: 4 Punkte
AutorIn: Andreas Götz
Titel: Denn morgen sind wir tot
Verlag: Oetinger, 2015 ISBN: 978-3-7891-3617-7
Seiten: 302 Preis: 15,50 Euro
Altersempfehlung: ab 16 Jahren

Rezensiert von: Stefanie Wichtler, 8. Klasse [Alexander-von-Humboldt-Schule Aßlar; Betreut von: Anke Paul]

Der Handlungszusammenhang des Buches „Denn morgen sind wir tot“ ist sehr überzeugend, da es die Nacherzählung einer wahren Geschichte ist. Das Buch ist eine Mischung aus Tagebucheinträgen und einer direkten Ansprache an den Leser/die Leserin.

Es ist aus der Sicht von Siri Dahlke geschrieben. Sie führt ein für eine Sechzehnjährige normales Leben und wohnt in einer idyllischen Kleinstadt. Siri hat einen Freund namens Niklas, den sie zu ihrem Bedauern vor ihren Eltern geheim halten muss. Das liegt daran, dass Siris Mutter mit 16 schwanger geworden ist und sie ihre Tochter vor diesem „Fehler“ beschützen möchte. Siris Freund Niklas ist ziemlich reich. Manchmal ist er auch prüde und langweilig. Siri stößt das ein wenig unangenehm auf, aber sie sagt nicht viel dagegen.

Eines Abends, als Niklas sie vor ihren Eltern geküsst hat und sie deswegen wütend ist, bekommt sie eine Anfrage auf Facebook: „Adrian Liebknecht möchte mit dir auf Facebook befreundet sein.“ Siri fängt an, sich mit ihm zu schreiben, was ihnen beiden Spaß macht, da sie den gleichen Humor haben.

Adrian löst schon beim Schreiben Gefühle in ihr aus, die sie von Niklas nicht kennt. Die beiden schreiben sich regelmäßig und tauschen auch Bilder aus: „In einer Zeitung hieß es, Adrian und ich hätten uns Pornobilder zugeschickt. Also, solche, auf denen wir selbst drauf waren und an uns rumspielten. Aber das stimmt nicht. […]. Schon richtig, sein Oberkörper war nackt, der oberste Knopf seiner Hose offen, und eine Hand steckte vorne im Bund, aber nur halb, und sie lag da auch bloß und machte nichts. Das war nur eine sexy Pose, die mich ein wenig anturnen sollte.“ Die beiden lernen sich immer besser kennen, bis es zum ersten Treffen kommt.  Als sie ihn zum ersten Mal sieht, stellt sich heraus, dass Adrian schon 23 und nicht, wie Siri aus seinen Aussagen entnommen hat, 18 ist. Sie ist ein wenig verärgert, weil er gelogen hat, obwohl dies in diesem Fall nicht stimmt: Er hat nur geschrieben, dass er schon volljährig sei. Daraus hat Siri geschlossen, dass er 18 sein müsse.

Nach weiteren Treffen hat sich Siri hoffnungslos in Adrian verliebt und die beiden werden ein Paar. Allerdings kann der mittlerweile abservierte Niklas diese Situation nicht akzeptieren.

Durch ihre Verliebtheit zu Adrian lässt Siri sich zu Dingen verleiten, an die sie früher nicht einmal gedacht hat. Sie raucht, geht mit Adrian auf heftige Partys und nimmt mit ihm Drogen. Sie begehen auch kleinere Straftaten, wie zum Beispiel in einem Restaurant die Zeche prellen.

Doch ihr Glück wird immer wieder von Niklas gestört. Er verfolgt die beiden und macht Fotos von ihnen, um sie damit zu erpressen. Außerdem ruft er ständig bei Siri an, um ihr zu sagen, dass Adrian nicht gut für sie ist. Aber irgendwann ist es zu viel: Adrian und Siri schmieden einen tückischen Plan gegen Niklas. Nach der Umsetzung gibt es für die beiden kein zurück mehr und damit beginnen ihre Probleme erst.

Ich finde das Buch ziemlich gelungen. Nur nicht für mich! Ich gehe in die 8. Klasse und bin 13 Jahre alt. Ich erwähne das, da das Buch auf der Verlagsseite erst ab 16 Jahren empfohlen ist. Ich fand es für Jugendliche in meinem Alter an manchen Stellen echt zu heftig. Ich lerne aus dem Buch nicht das, was ich lernen sollte, nämlich, dass man für die erste große Liebe (auch nicht für eine andere) keine Sachen machen sollte, die man nicht möchte, nur um sie nicht zu verlieren. Warum lerne ich das nicht? Weil ich eben erst 13 bin und mir noch gar nicht vorstellen kann, dass man solche Gefühle haben kann. Mich beschäftigt sehr das Verhalten von Siris Mutter, einer Nebenfigur. Sie verhält sich im ganzen Buch äußerst egoistisch und kaltherzig. Dass eine Mutter so zu ihrem Kind sein kann, kann ich mir gar nicht vorstellen. Aber für Leute, die Siris Gefühle nachvollziehen können, weil sie sie schon einmal hatten oder gerade haben, ist das Buch super geeignet und es macht auch Spaß, es zu lesen, da es einen sehr schönen Schreibstil hat. Und es ist eine Warnung für jeden, der es liest, um nicht denselben Fehler zu machen!

Ich gebe dem Buch 4 Punkte.

 

Anmerkung der LESEPUNKTE-Redaktion:

Die LESEPUNKTE-Redaktion entschuldigt sich bei Stefanie Wichtler. Das Buch „Denn morgen sind wir tot“ wird erst ab 16 Jahren empfohlen und ist somit kein altersgerechtes Buch für die Schülerin. Unsere normale Vorgehensweise orientiert sich an den Angaben der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) und deren Angaben zur Altersempfehlung. In diesem Fall haben die Angaben des Verlags und der DNB nicht übereingestimmt. Die LESEPUNKTE-Redaktion zieht daraus den Schluss, zukünftig immer die Angaben mit den Verlagsseiten abzustimmen, damit keine Schülerin oder Schüler altersunangemessene Literatur zum Lesen und Rezensieren erhält. Natürlich steht es auch jedem Schüler/jeder Schülerin frei, Bücher, die er/sie für sich als unangemessen einschätzt (egal welche Altersempfehlung) nicht zu Ende zu lesen und uns gerne eine Rückmeldung zu geben.

Empfohlene Zitierweise

Stefanie Wichtler, Rezension von: Andreas Götz: Denn morgen sind wir tot, In: LESEPUNKTE, URL: https://lesepunkte.de/rezensionen/andreas-goetz-denn-morgen-sind-wir-tot/
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