Karl Olsberg: Boy in a White Room

Lesepunkte: 4 Punkte
AutorIn: Karl Olsberg
Titel: Boy in a White Room
Verlag: Loewe, 2017 ISBN: 978-3-7855-8780-5
Seiten: 288 Preis: 14,45 Euro
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Rezensiert von: Finn Klein, 8. Klasse [Alexander-von-Humboldt-Schule Asslar; Betreut von: Anke Paul]

Der Plot von „Boy in a White Room“ besteht aus einem Jungen (Manuel), der sein Gedächtnis verloren hat und in einer ihm unbekannten Welt aufwacht. Wer sich jetzt denkt, das kenne er schon, hat leider vollkommen Recht, denn dies scheint Olsbergs Standart-Plot zu sein (zumindest in den Büchern, die mir bekannt sind): Dafür sticht aber der fesselnde Schreibstil hervor, der immer eine Frage offen hält, die den/die LeserIn dazu bringt, weiter zu lesen und sich Gedanken zu machen. Vor allen Dingen zum Ende hin ist der/die LeserIn gezwungen, über ethische und moralische Themen nachzudenken. Die Story ist - zum Glück- voller Wendungen und Haken, so dass der ursprüngliche Plot wieder verschwindet – mehr möchte ich nicht verraten. Auch wenn es meist vorhersehbar ist, sind die Wendungen stets ,,bodenständig“ und nicht aus dem Stehgreif gezogen, sie stellen, bis auf das Ende, immer eine logische Schlussfolgerung aus dem Vorherigen dar, was sie zwar – wie ich bereits sagte- recht voraussehbar macht, jedoch nicht weniger spannend.

Die Genres Science Fiction und Thriller finde ich teilweise etwas fehlgegriffen, denn sie kommen nur kurz vor. Natürlich ist die Handlung spannend und fesselnd, aber eben auch nicht dem typischen Thriller entsprechend, denn nur eine ,,Flucht“- Szene ist für mich nicht genug. Das Genre Science-Fiction tritt nur am Ende auf, was ich ebenfalls als zu wenig einstufen würde – allerdings aufgrund der Seitenzahl und nicht aufgrund des Inhalts. Ich würde diesem Buch eher das Genre Mystery zuweisen, denn dieser Sparte wird es durchaus gerecht.

Ich kann es nicht oft genug sagen: Das Buch besitzt moralischen und philosophischen Tiefgang, ich würde es sogar als das Hauptthema bezeichnen, denn jede Stelle konfrontiert den/die LeserIn mit moralischen bzw. ethischen Fragen über die Zukunft und die Computer der heutigen Zeit bzw. der künstlichen Intelligenz.

Jemand, der nach einem guten Buch mit philosophischem Tiefgang und einer packenden Story sucht, wird hier fündig werden.

Empfohlene Zitierweise

Finn Klein, Rezension von: Karl Olsberg: Boy in a White Room, In: LESEPUNKTE 2017, URL: https://lesepunkte.de/rezensionen/3889-2/
Bitte setzt beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Eures letzten Besuchs dieser Online-Adresse.

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben