Stefanie Penck [Hrsg.]: Kunstatlas

Lesepunkte: 5 Punkte
AutorIn: Stefanie Penck [Hrsg.]
Titel: Kunstatlas
Verlag: Prestel, 2010 ISBN: 978-3-7913-4183-5
Seiten: 312 Preis: 19,95 Euro
Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Rezensiert von: Annika Hagemann [Bischöfliches Gymnasium Josephinum,Hildesheim; Betreut von: Frau Dr. Sabine Schreiner]

Neben einem chronologischen Überblick über die Geschichte, veranschaulicht der Atlas mithilfe zahlreicher Abbildungen, Zeitleisten und tabellarischen Grafiken die Entwicklung der westlichen Kunst im Rahmen der Menschheitsgeschichte. Geografische Karten als Kapiteleinstieg entsprechen dem titelgebenden Aufbau des Atlas. Dadurch wird dem Leser eine einfache Orientierung der historischen und geografischen Zusammenhänge der Phänomene der bildenden Kunst ermöglicht.

Auf den letzten Seiten befindet sich das Register, das sich für gezielte Recherche als sehr vorausschauend gestaltet. Es ist unterteilt in Karten, Übersichtsgrafiken, Grafiken mit Lebensdaten der wichtigsten Künstler, Stichwort-, Namenregister und ein Abkürzungsverzeichnis.

Die äußere wie innere Gestaltung des Layouts ist ansprechend und hochwertig. Das Farbschema des Umschlags ist in einer Variation von grünen, pastellgrünen und teils gelben Tönen gehalten. Leonardo da Vincis Darstellung des vitruvianischen Menschen, in leicht angeschnittener Position und eine im Hintergrund abgebildete Europakarte, dient als eine bildliche Einleitung über die grafischen Darstellungen.

Jedes der Epochenkapitel ist in zahlreiche Unterkapitel unterteilt. Dabei werden unterschiedliche Länder und Kulturen und ihr künstlerisches Wirken dargestellt. Das Kapitel „Byzanz“ beginnt zum Beispiel mit einer kurzen historischen Einführung. Eine geografische Karte gibt einen guten Überblick. Verschiedene Kunstgattungen werden Unterepochen zugeordnet und dargestellt, zum Beispiel herausragende Skulpturen, Boden- und Wandmosaik, Wandmalerei u. a. kurze Absätze erlauben einen vielseitigen Überblick über die Bandbreite des künstlerischen Wirkens. Hier wurde bewusst reduziert gearbeitet. Jedes Kapitel enthält eine oder mehrere Zusatzinformationen, die einem, unabhängig von dem sie umgebenden Text, über zahlreiche Aspekte informieren. Durch diese Hintergrundinformationen wird die Kunst der jeweiligen Epoche verständlich gemacht. So findet sich im Kapitel der Romanik beispielsweise ein Infokasten über die Liturgie, im Kapitel der Renaissance werden sowohl Daten über den Künstler Leon Battista Alberti eingegliedert, wie auch eine Definition der Perspektive gegeben. Diese Infokästen empfinde ich als äußert hilfreich, denn sie geben Grundwissen und Hintergrundaspekte, die auch Neueinsteigern den Zugang zum Thema erleichtern.

Zusätzlich zum Text werden Grafiken präsentiert, die die historisch-politischen Geschehnisse mit kunsthistorischen Entwicklungen in Verbindung bringen, Jahreszahlen geben genaueren Überblick.

Trotz nicht vorhandener Kapitelnummerierung besteht kein Verständnisproblem. Eine Differenzierung wird durch durchgängige Versalien oder fett gedruckte Überschriften ermöglicht. Die Sprache ist anspruchsvoll und der Leserschaft angemessen. Die verdichtete Fachsprachlichkeit macht das Lesen allerdings teilweise mühsam. Etwas verwirrend ist zum Teil auch die Anordnung und Positionierung der Beispielbilder. Ihre Vielzahl gibt zusätzliche visuelle Informationen und ermöglicht, sich die in den Texten beschriebenen Eigenarten oder Besonderheiten des dazugehörigen Themas auch bildlich vorstellen zu können. Es ist allerdings nicht immer klar, auf welchen Textabschnitt sich einige Beispielbilder beziehen. Da dieses Phänomen jedoch nicht häufig auftritt und nicht gravierend zu Verständnisproblemen führt, schmälert es die Qualität des Atlas‘ nicht.

Die Einteilung des Nachschlagewerks ist zweifelsohne gut und sehr verständlich gewählt. Dem Leser wird ein Weg durch die Epochen ermöglicht, klare Trennungen und gut sichtbare Überschriften vereinfachen auch ein gezieltes Suchen von Themen. Auch die Bandbreite an Informationen, Gattungen so wie die historischen Gegebenheiten, die damit im Zusammenhang stehen, sind besonders gut dargestellt und herausgearbeitet. Visuelle Ergänzungen runden die Textinformationen ab, Bild- und Werkbeispiele helfen dem Leser, sich ein klares Bild der entsprechenden Epochen und ihrer Entwicklungen im kunsthistorischen Bereich zu machen. Da die Absätze zwar zahlreich, aber relativ kurzgehalten sind, ist ein guter Lesefluss garantiert.

Ich würde den Kunstatlas auf jeden Fall jedem empfehlen, der sich für die Entwicklung von Kunst von der Antike bis heute interessiert und nicht vor einer gewissen Informationsdichte zurückschreckt und vergebe 5 Punkte.

 

Empfohlene Zitierweise

Annika Hagemann, Rezension von: Stefanie Penck, Kunstatlas; In: LESEPUNKTE, URL:https://lesepunkte.de/rezensionen/stefanie-penck-hrsg-kunstatlas/ Bitte setzt beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Eures letzten Besuchs dieser Online-Adresse.

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