Mark Long, Jim Demonakos und Nate Powell: Das Schweigen unserer Freunde

Lesepunkte: 3 Punkte
Autor: Mark Long, Jim Demonakos und Nate Powell
Titel: Das Schweigen unserer Freunde
Verlag: Egmont Graphic Novel, 2013 ISBN: 978-3-7704-3729-0
Seiten: 213 Preis: 14,99 Euro
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Rezensiert von: Rebecca Forner, 8. Klasse [Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, Leverkusen; Betreut von: Kai Wahle]

Der Comicroman „Das Schweigen unserer Freunde“ von Mark Long, Jim Demonakos und Nate Powell handelt von Unterdrückung und ungerechter Behandlung schwarzer Menschen in Amerika und den daraus resultierenden Aufständen während der 1960er Jahre.
Der Roman handelt von zwei Familien, die sich anfreunden, obwohl die eine schwarz und die andere weiß ist, was zu dieser Zeit für beide Seiten ein absoluter Tabubruch war. Der weiße Reporter Jim und Larry, der schwarze Revolutionär und Dozent an der Texas Southern University – welche bei vielen Aufständen der unterdrückten schwarzen Bevölkerung beteiligt war – freunden sich an und machen auch ihre Familien miteinander bekannt. Doch zu Beginn stoßen sie auch in ihren Familien auf Widerstand. Vor allem Jims Kinder sind viel rassistischem Einfluss durch ihre Umgebung ausgesetzt und auch Larrys Kinder wachsen mit dem Hass auf die Weißen auf.
Eines Tages wird Larrys Tochter Cecilia angefahren, der Fahrer begeht Fahrerflucht, doch die Polizei macht keine Anstalten, ihn zu finden. Da solche Unfälle auf der Straße sehr häufig sind, ruft Larry zu einem Sitzstreik auf, während dessen die Polizei in die Menge schießt. Als ein Polizist von einer abgeprallten Kugel getroffen wird, werden mehrere hundert DemonstrantInnen festgenommen und fünf von ihnen angeklagt. Larry und Jim wollen beweisen, wie es wirklich war, doch die meisten wollen ihnen nicht glauben.

Ich lese im Allgemeinen nicht gerne Comics. Daher bin ich mit sehr gemischten Gefühlen an das Buch herangetreten, wurde jedoch positiv überrascht. Die Geschichte ist sehr gut gelungen, auch wenn ich die Auflösung sehr einfach fand. Offenbar ist das jedoch wahrhaftig so geschehen. Auch die Darstellung des Comics in schwarz und weiß fand ich interessant, allerdings fehlten auf den schwarzen Seiten die Seitenzahlen. Den Hintergrund hätte ich treffender nach jeweiligem Thema des „Kapitels“ gewählt; im Buch wirkt es eher willkürlich.
Ich hätte zudem nicht gedacht, dass die Ungerechtigkeiten noch vor 50 Jahren so ausgeprägt waren, auch wenn ich schon davon gehört hatte. Als historisch würde ich das Buch nicht bezeichnen, sondern eher als politisch, da ausgehend von dem historischen Ereignis vielmehr ein Statement zu grundlegenden Ungerechtigkeiten abgegeben wird. Was ich allerdings überzogen fand, ist die Blindheit von Jims Tochter Julie. Es passt in diese Geschichte nicht wirklich hinein, auch wenn durch das Mädchen, das die Unterschiede zwischen Schwarz und Weiß buchstäblich nicht sieht, eine Metapher für Toleranz zu schaffen versucht wurde. Zudem wurde ein Fehler bei Julies Namen gemacht, den sie zu schreiben übt. Der Braille-Buchstabe (Blindenschrift) „J“ besteht aus den Punkten 2; 4; 5 und nicht aus 3; 4; 5.
Ich gebe dem Buch „Das Schweigen unserer Freunde“ 3,5 Lesepunkte. Die Geschichte erhält 3, der Anhang noch einmal einen Punkt und 0,5 ziehe ich ab, da mir Comics generell nicht so gut gefallen.

Empfohlene Zitierweise

Rebecca Forner: Rezension von: Mark Long, Jim Demonakos und Nate Powell: Das Schweigen unserer Freunde. In: LESEPUNKTE, URL: http://lesepunkte.uni-koeln.de/rezensionen/mark-long-jim-demonakos-und-nate-powell-das-schweigen-unserer-freunde/
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