Marie Fenske: Auf der Suche nach Nima

Lesepunkte: 1 Punkte
AutorIn: Marie Fenske
Titel: Auf der Suche nach Nima
Verlag: BVK Buch Verlag Kempen, 2018 ISBN: 978-3-86740-893-6
Seiten: 132 Preis: 5,90 EUR

Rezensiert von: Paula Rueda, 7. Klasse [Colegio Humboldt San José, Costa Rica]

Das Buch, das ich las, heißt „Auf der Suche nach Nima“, geschrieben von Marie Fenske. Es geht um ein neunjähriges Mädchen geschiedener Eltern, das von zuhause wegrennt. Sie heißt Nima und lebt in Deutschland mit ihrer Mutter. Ihr Vater wohnt jedoch in Gambia und möchte, dass Nima bei ihm wohnt. Nima will das nicht und eines Tages verschwindet sie, weil sie in Deutschland bleiben will.

Es vergeht einige Zeit, bis man ihr Verschwinden entdeckt. Bevor die Polizei kommt, versucht Nimas Lehrer sie zusammen mit ihren Klassenkameraden in Teams zu finden. Im Wald findet ein Team das Mädchen. Als Sara, Niko, Silvio und Sophie von Nimas Situation erfahren, schwören sie, niemandem etwas über ihr Versteck zu sagen. Kurz danach nimmt Nima einen Zug nach Domstadt. Dort lernt sie Jonathan, ein Straßenkind, kennen. Schnell werden sie gute Freunde und er hilft ihr bei vielen Sachen. Zwischendurch machen die Erwachsenen (die Mutter, eine Reporterin, eine Bibliothekarin, usw.) einen Plan, um Nima zu finden. In Domstadt planen Nima und Jonathan im Keller einer Bibliothek zu leben. Dafür müssen sie nach Blumenberg fahren – aber das geht nicht gut. Während Jonathan schon im Zug ist, weiß Nima nicht, wie sie dem Plan folgen kann. Werden die Freunde es schaffen? Wird Nima in Deutschland bleiben? Wird sie sich immer verstecken müssen?

 

Dieses Buch ist relativ leicht zu lesen und zu verstehen – das schreibe ich, weil ich Deutsch als eine Fremdsprache lerne. Fenske benutzt leicht verständliche Worte ­– wahrscheinlich, weil es ein Kinderbuch ist – und sie schreibt kurze Kapitel. Ich verstehe zwar alles, aber das macht das Buch nicht unbedingt spannend.

Obwohl es viele Nebenpersonen hat, sind diese nur flüchtig und sehr stereotypisch charakterisiert: Leon zum Beispiel ist ein reiches Kind mit nachlässigen Eltern, die ihn verwöhnen. Habari, eine Reporterin, ist viel zu neugierig und schlau.

Man lernt die Haupt- und Nebenpersonen nach 131 Seiten kaum kennen. Alle Erwachsenen sind sich irgendwie ähnlich.

Über Nima, die Hauptperson des Buchs, erfährt man fast noch weniger. Hier ist alles, das ich nach dem Lesen über die Personalität von Nima weiß: Nima ist sehr leichtsinnig; manchmal weiß sie nicht, was sie fragen soll; sie liebt ihre Eltern. Ich habe Jonathan und Oleg (ein Freund von Nima) besser kennengelernt als die Hauptperson. Doch ich finden, wenn man ein Buch fertiggelesen hat, sollte man die Hauptperson wie eine reale Person kennen. Das passierte mir mit diesem Buch überhaupt nicht.

Das Thema ist gut und aktuell: Es spricht über die Schwierigkeiten, mit denen Einwanderer konfrontiert sind. Aber viele andere Geschichten erzählen auch darüber. Und sie machen es doch wesentlich besser. Die Geschichte ist meiner Meinung nach eher langweilig, weil ich dieselbe Geschichte schon oft gehört habe: Ja, es gibt Mobbing. Ja, die Eltern sind geschieden. Ja, ein Straßenkind ist da. Diese Themen sind gut und spannend, aber „Auf der Suche nach Nima“ ist voll mit Klischees.

Außerdem gibt es das Problem, dass viele Entscheidungen und Handlungen nicht glaubwürdig sind: Welcher gute Lehrer, welche gute Lehrerin wäre zum Beispiel wie Herr Polle (der Lehrer von Nima)? Er findet heraus, dass ein Kind verschwunden ist, es besteht die Möglichkeit, dass sie entführt wurde, und sucht er die Hilfe von Nimas Klassenkameraden, Kinder, die nur 9 Jahre alt sind. Wer macht das?

Diese Geschichte wurde mit den Ideen einer vierten Klasse geschrieben. Vielleicht können ja Kinder ein Buch nicht unbedingt perfekt entwickeln und kritisieren, aber ein Kinderbuch sollte doch gut durchdacht und interessant sein.

Ich habe „Auf der Suche nach Nima“ nicht ausgesucht, weil es das kürzest Buch war, sondern weil es mir neben den anderen Büchern, in denen es nur um Liebesgeschichten ging, als die interessanteste Geschichte erschien. Ich bin leider sehr enttäuscht.

Ich kann dieses Buch überhaupt nicht empfehlen. Die Seiten des Buches haben bei mir keine tiefgreifende Wirkung hinterlassen. Aus den genannten Gründen kann ich diesem Kinderbuch nur 0,5 von 5 Lesepunkten geben.

Empfohlene Zitierweise

Paula Rueda, Rezension von: Marie Fenske: Auf der Suche nach Nima. In: LESEPUNKTE 2018, https://lesepunkte.de/rezensionen/marie-fenske-auf-der-suche-nach-nima
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