Lisa Graff: Eine Messerspitze voll Magie

Lesepunkte: 4 Punkte
AutorIn: Lisa Graff
Titel: Eine Messerspitze voll Magie
Verlag: ueberreuter, 2014 ISBN: 978-3-7641-5035-8
Seiten: 216 Preis: 12,95
Altersempfehlung: ab 11 Jahren

Rezensiert von: Janika Höfer, 9. Klasse [Gymnasium Köln-Pesch; betreut von: Kirsten Carp und Annette Schmidt]

In dem Roman „Eine Messerspitze voll Magie“ von Lisa Graff gibt es verschiedene Hauptrollen: Cady, Miss Mallory, den unbenannten Eigentümer des Warenhauses für verlorene Gepäckstücke, Toby (Tobias Darlington) und „V“ (Victoria Valence) sowie die Familie Asher.

Cadence, auch Cady genannt, wächst in einem Heim für verloren gegangene Mädchen auf. Dessen Leiterin, Miss Mallory, hat ein Talent dafür, für jedes Mädchen die perfekte Familie zu finden. Nur bei Cady funktioniert dieses nicht, so sehr sich Miss Mallory auch bemüht. Cady hat jedoch die große Begabung, für jede Person den perfekt passenden Kuchen backen zu können. Doch eigentlich ist es Cadys größter Wunsch, eine Familie zu finden und auch endlich die Abschiedsparty im Kinderheim feiern zu können, wie sie die anderen Mädchen zum Anlass ihrer Adoption. Cadys zweitgrößter Traum ist es, an dem weltweit größten Backwettbewerb teilzunehmen und diesen zu gewinnen, was durchaus wahrscheinlich ist, da sie in ihrer Umgebung bereits oft die beste Bäckerin war.

Der Roman erzählt von Cadys Weg, wie sie zu diesem Backwettbewerb kommt. Diese Handlung wird verknüpft mit den Geschichten rund um das Warenhaus für verlorene Gepäckstücke und mit den Geschehnissen bei der Familie Asher. Dabei gibt es immer wieder Rückblicke und Verknüpfungen zwischen den einzelnen Handlungssträngen.

Der Roman ist am Anfang etwas verwirrend, da viele Personen zeitgleich auftauchen und Geschichten parallel erzählt werden, zudem alles ein bisschen wie aus einer Märchenwelt erscheint. Wenn man sich aber etwas in die Geschichte eingelesen hat, wird es verständlicher.

Hinzu kommt, dass man beim Lesen des Romanes in verschiedene Lebens- und Gefühlswelten geleitet wird. So verbindet man eigentlich Waisenhäuser mit dem Gefühl der Einsamkeit, doch im Roman erhält man einen gegenteiligen Eindruck, da das Heim für verloren gegangene Mädchen als freundlich, einladend und hell beschrieben wird, alle Kinder sich dort sehr wohl fühlen und man sich in eine Fantasiewelt hineingezogen fühlt.

Der Roman „Eine Messerspitze voll Magie“ bekommt von mir vier von fünf LESEPUNKTEN, da er nicht, wie so viele andere Kinder- oder Jugendromane, kitschig oder extrem unrealistisch ist.

Das Buch bekommt keine fünf Sterne von mir, da er aufgrund der vielen parallel ablaufenden Ereignisse zeitweise etwas unübersichtlich ist. Dadurch verliert man den Überblick über den Ablauf und es wird schwierig die Lust aufzubringen, die Geschichte weiterzulesen. Wenn man sich durch diese Stellen aber durchringt, wird ganz schnell alles wieder klarer, sodass man sich in die Charaktere hineinversetzen kann und vom spannenden Verlauf wirklich gepackt wird.

Meiner Meinung nach möchte die Autorin zeigen, dass jeder Mensch über Talente verfügt, die er finden und nutzen sollte, da so jeder ein für sich erfülltes Leben führen kann. Diese Talente können sehr vielschichtig und unterschiedlich sein, aber man kann sie auch verlieren, indem man sie unbeachtet lässt oder sie von anderen „gestohlen“ werden, da sie von anderen unterdrückt oder als belanglos dargestellt werden. Manchmal dauert es etwas, sein besonderes Talent zu finden. Hat man es einmal gefunden, verspürt man einen starken Drang, es zu nutzen und sollte dieses auch tun, wenn andere es belächeln. Hierzu gibt die Lisa Graff ihren LeserInnen einen guten Impuls.

Empfohlene Zitierweise

Janika Höfer, Rezension von: Lisa Graff: Eine Messerspitze voll Magie In: LESEPUNKTE 2018, https://lesepunkte.de/rezensionen/lisa-graff-eine-messerspitze-voll-magie
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