Karl Olsberg: Girl in a Strange Land

Lesepunkte: 4 Punkte
AutorIn: Karl Olsberg
Titel: Girl in a Strange Land
Verlag: loewe, 2018 ISBN: 978-3-7855-8928-1
Seiten: 336 Preis: 14,95 €

Rezensiert von: Patrick Marín, 8. Klasse [Colegio Humboldt San José, Costa Rica; betreut von: Christoph Rehrmann]

Karl Olsbergs „Girl in a Strange Land“ handelt von Sophia, einem Mädchen, das in einem katholischen Dorf in einem Tal in Deutschland lebt. Ihr und den anderen Menschen der Gemeinschaft ist es vollkommen verboten, aus dem Tal, in dem sie leben, auszureisen. Sophia und den anderen Menschen wird gesagt, jenseits des Tals tobe nur ein ewiger Krieg, in dem Gottes Engel gegen schlechte Wesen kämpfen würden. Bisher hat sie die Regeln immer befolgt. Doch nachdem ein Freund das Dorf verlassen hat und sie daraufhin eine Botschaft von ihm bekommt, entscheidet auch sie sich, zu fliehen. Jenseits des Tals findet sie eine ganz andere Welt vor, als ihr erzählt wurde. Die von ihr vorgefundene Welt außerhalb des Tals ist extrem technologisch und voller Maschinen, die Sophia nicht kennt. Das Buch spielt in Wirklichkeit in einer Zukunft, wo die meisten Menschen sich nur noch um eine virtuelle Welt kümmern…

Es ist interessant mitzuerleben, wie Sophia plötzlich mit der Technik konfrontiert wird. Sie ist eine der wenigen Personen, die nicht in einer virtuellen Welt lebt. Sophia muss um die Realität kämpfen, denn die Grenze zwischen dem, was echt ist, und dem, was virtuell ist, verwischt für sie beizeiten. Das verleiht dem Buch bisweilen eine paranoide Stimmung.

Gut gefällt mir, dass der Autor die Gefühle von Sophia nachvollziehbar ausdrückt, weil sie neugierig ist, sich aber auch schuldig fühlt, denn sie hat gegen die Regeln ihrer Gruppe rebelliert. Das Ende ist überraschend, aber das gefällt mir sehr.

Dieses Buch kritisiert eine Zukunft, in der man nur noch das Digitale benutzt. Man kann dies auch sehen, wenn im Buch Figuren auftreten, die gegen die Technik kämpfen. Es kritisiert auch eine Welt, in der Anführer ihre Anhänger belügen und sie davon überzeugen, komplett gleich zu denken. Dies wird gerade am Anfang des Buches deutlich, da es den Menschen des Tales verboten ist, aus diesem auszureisen.

Ich fand das Buch spannend, denn der Leser/die Leserin rätselt zunächst lange, was jenseits des Tals ist. Dann treten neue Personen auf, die auch eine interessante Vergangenheit haben, welche Sophia herausfinden muss – als LeserIn rätselt man mit. Es tauchen auch Menschen auf, die Sophia täuschen, und sie muss lernen, nicht allen zu vertrauen, sondern ihren eigenen Kopf zu benutzen. Die Geschichte wird am Anfang zwar ein bisschen langsam erzählt, aber dann nimmt die Geschichte Fahrt auf, als der Autor Sophia und den Leser/die Leserin in die andere Welt einführt.

Es ist manchmal verwirrend, denn der Autor spielt mit der Realität und am Ende ist das Buch ein bisschen schwierig zu verstehen. Um die Handlung etwas besser nachzuvollziehen, kann man zunächst Boy in a White Room lesen, das der erste Band dieser Serie ist. Ich habe Girl in a Strange Land aber auch gut verstanden, ohne das erste Buch zu lesen. Ich würde es allen empfehlen, die Technik lieben, denn das Buch thematisiert eine solche Realität. Menschen, die aufregende Abenteuer lieben, wird diese Buch auch gefallen.

Ich gebe dem Buch 4 Lesepunkte.

Empfohlene Zitierweise

Patrick Marín, Rezension von: Karl Olsberg: Girl in a Strange Land. In: LESEPUNKTE 2019, https://lesepunkte.de/rezensionen/karl-olsberg-girl-in-a-strange-land
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