Johannes Herwig: Bis die Sterne zittern

Lesepunkte: 4 Punkte
AutorIn: Johannes Herwig
Titel: Bis die Sterne zittern
Verlag: Gerstenberg, 2017 ISBN: 978-3-8369-5955-1
Seiten: 256 Preis: 14,95 Euro
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Rezensiert von: Nassim Zartschami, 9. Klasse [Gymnasium Köln-Pesch; betreut von: Kirsten Carp und Annette Schmidt]

Der Roman „Bis die Sterne zittern“ von Johannes Herwig spielt in der Zeit nach der Machtergreifung Hitlers, aber noch vor dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1937 und bevor die ersten Synagogen von den Nazis angezündet wurden, d.h. zu einer Zeit, als Juden in Deutschland zwar noch am gesellschaftlichen Leben teilnahmen, jedoch schon erste Repressionen erfuhren.

Der sechzehnjährige Harro, der mit seinen Eltern in Leipzig lebt, wird am ersten Tag der Sommerferien in eine Schlägerei mit Jungen der Hitlerjugend involviert und erhält dabei überraschend Hilfe von mehreren anderen, nicht-jüdischen Jungen. Nach diesem Geschehen freundet Harro sich mit einem dieser Helfer namens Heinrich an, welcher in Harros Nachbarschaft wohnt. Dank dieser neuen Bekanntschaft kommt Harro in eine Clique voller jugendlicher Rebellen, die mit der Nazi-Ideologie nichts am Hut haben wollen. Er treibt sich nun fast ausschließlich mit seinen neuen Freunden herum, bekommt Ärger mit seinen Eltern, vernachlässigt seine schulische Leistungen und legt sich sogar mit dem Gesetz an. All das bringt Konsequenzen mit sich, mit denen Harro sich auseinandersetzen muss, wobei der Druck durch das herrschende Regime immer stärker wird…

 

Wie Harro damit zurechtkommt und wie es ihm am Ende in Hitler-Deutschland geht, ist sehr interessant zu lesen. Ich fand das Buch bereits nach den ersten Seiten sehr ansprechend, da der Anfang schon viel davon preisgibt, was für Folgen das Handeln von Harro in den nächsten Kapiteln mit sich tragen könnte, was auch neugierig macht, wie es konkret mit der Hauptfigur des Romans weitergeht. Auch fand ich den tieferen Einblick, den man in das Leben eines jüdischen Jugendlichen im Jahre 1937 bekommt, sehr interessant, da der Roman somit ein Thema aufgreift, welches unsere Historie sehr geprägt hat und auch gegenwärtig wieder an Relevanz gewinnt: Die Frage des Antisemitismus und der Fremdenfeindlichkeit sowie die Faktoren, die zum Zweiten Weltkrieg geführt haben.

Die sich bereits im Anfang durchsetzende Spannung lässt auch im Hauptteil nicht nach, da es von einem fesselnden Ereignis zum nächsten geht. Ein weiterer Punkt, der mich vom Buch überzeugt hat, ist, dass die Geschichte sehr glaubwürdig und realistisch erzählt wird und man sich somit besonders gut in die Lebenssituation von Harro hineinversetzen kann.
Leider werden die Geschehnisse am Ende des Romans jedoch aus meiner Sicht zu schnell und hektisch nacheinander aufgegriffen, was dazu führt, dass die Spannung des Erzählten doch nicht bis zum Ende gehalten werden kann. Dennoch ist das Buch sehr empfehlenswert und ich vergebe daher vier LESEPUNKTE.

Empfohlene Zitierweise

Nassim Zartschami, Rezension von: Johannes Herwig: Bis die Sterne zittern. In: LESEPUNKTE 2018, https://lesepunkte.de/rezensionen/johannes-herwig-bis-die-sterne-zittern
Bitte setzt beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Eures letzten Besuchs dieser Online-Adresse.

1 Antwort

  1. Sehr schöne Rezension. Wegen deiner tollen Rezension möchte ich das Buch unbedingt lesen.

Einen Kommentar schreiben