Hajo Düchting: Paul Klee (living_art)

Lesepunkte: 4 Punkte
Autor: Hajo Düchting
Titel: Paul Klee (living_art)
Verlag: Prestel Verlag, 2008 ISBN: 978-3-7913-4058-6
Seiten: 128 Preis: 9,95 Euro
Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Rezensiert von: Josefine Krüger, 7. Klasse [Bischöfliches Gymnasium Josephinum, Hildesheim; Betreut von: Dr. Sabine Schreiner]

Im Jahr 2008 erscheint im Verlag Prestel von Hajo Düchting ein Buch über Paul Klee als Teil der Buchreihe „living_art“, die dreizehn weitere Bücher über außergewöhnliche KünstlerInnen und MeisterInnen wie z.B. Picasso und Da Vinci umfasst. Auf 128 Seiten berichtet das Buch über Paul Klees Leben und Umfeld und wie dieses in besonderer Beziehung zu seinen Werken und seinem Schaffen steht. Es wird von einem feinsinnigen Menschen berichtet, dessen Entdeckung der Farbe die Kunst der Moderne bis heute prägt: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“ (Paul Klee)
Zur Einführung wird in einer Rückblende als erstes auf München als Bayrische Metropole und zentrale Kunststätte um 1900 eingegangen (vgl. S. 6ff.). Danach geht der Autor auf Paul Klees Ausbildung in der Stadt München ein und wie Klee „die Welt als ständig sich erneuernden Prozess begreift, als einheitliches Ganzes voller Bewegung und Lebendigkeit“ (vgl. S. 18). Wie Klee als moderner „Zauberer der Malerei“ zu Ruhm und Ehre kommt, wird in dem darauffolgenden Kapitel beschrieben. Hierbei wird auch auf seine besondere Art zu zeichnen und sein Wirken als „lebensferner Träumer“ und seiner „Vorstellung von künstlerischer Autonomie eingegangen (S. 22ff.). Das nächste Kapitel trägt den Titel „Die Kunst“. Hier werden Bilder von Klee gezeigt, und erläutert wie es Klee nicht um einen einheitlichen Stil geht, sondern dass ihm alles zum Stil wird, was interessiert und inspiriert (vgl. S. 31ff.). Im weiteren Verlauf wird darauf eingegangen, wie er in harten Zeiten als „entarteter“ Künstler gelebt hat, und wo und wie er seine Anregungen zur künstlerischen Darstellung suchte und fand (vgl. S. 60ff.). Es wird geschildert, wie er zu der Musik stand und welche anderen Dinge ihm im Leben wichtig waren, wie zum Beispiel die Liebe (vgl. S. 94ff.). Abschließend wird berichtet, wo man Paul Klees Werke noch heute anschauen und bewundern kann.
Das Buch veranschaulicht gut die Weiterentwicklung von Klees Kunstschaffen durch die auf seinem Lebensweg gemachten Erfahrungen und Erlebnisse. Anschaulich werden seine Neugierde, Entdeckungen und Gefühle auf dem Weg zum Anschluss an die künstlerische Avantgarde auch durch eine folgenreiche Reise nach Tunesien dargestellt. Zur Verdeutlichung der Inspiration und Anregung durch andere KünstlerInnen werden Vergleiche zwischen deren Werken und den Bildern von Klee knapp, anschaulich und verständlich erläutert. Erwähnenswert ist hier die freundschaftliche Beziehung von Klee zu Kandinsky, die sich im Laufe der Jahre entwickelt hat. Die Wandlungen seines Stils auch über die Zeit des Exil in Bern hinaus und am Ende in dem Bewusstsein seiner unheilbaren Krankheit sind einzigartig. Klees Malerei ließ sich selbst, so Düchting, stilistisch nicht wirklich festlegen. „Sie reicht von märchenhaften Szenen mit gegenständlichen Assoziationen über reine Farbsetzungen (Quadratbilder) bis zu konstruktivistischen und musikalischen Kompositionen (Polyphonien), und im Spätwerk zeichenhaften Bildern.“ (S. 36)
Ich würde das Buch nicht nur wegen der bis jetzt positiv genannten Gründe und der Besonderheit von Klee als Künstler weiterempfehlen, sondern auch, weil es nicht nur gut gegliedert, sondern ebenfalls interessant gestaltet ist. Besonders anschaulich und verständlich wird den LeserInnen die komplexe künstlerische Welt Klees nahe gebracht. So zeigt das Buch in Hochglanz alle Bilder in hochwertigem Farbdruck. Viele von Klees Kunstwerken sind im Zusammenhang mit einem erläuternden Text dargestellt, sodass den LeserInnen die Einzigartigkeit auf verständliche Art begreiflich gemacht wird.
Aus der Sicht einer Interessierten an Kunst und Stil des Expressionismus gebe ich vier Punkte. Der Sachtext ist durch die bunte und moderne Gestaltung des Buches mit vielen zeitgenössischen Fotografien interessant und anschaulich. Nur an manchen Textstellen hätte ich mir eine nähere Erklärung der Fachbegriffe gewünscht, wie z.B. Polyfonien bzw. polyfone Kompositionen.

Empfohlene Zitierweise

Josefine Krüger: Rezension von: Hajo Düchting: Paul Klee (living_art). In: LESEPUNKTE, URL: http://lesepunkte.uni-koeln.de/rezensionen/hajo-duechting-paul-klee-living_art/
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