Georgia Illetschko: Ich, Michelangelo

Lesepunkte: 5 Punkte
Autor: Georgia Illetschko
Titel: Michelangelo
Verlag: Prestel, 2010 ISBN: 978-3-7913-4473-7
Seiten: 160 Preis: 19,95 Euro
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Rezensiert von: Selina Gebel, 11. Klasse [Gymnasium Bad Aibling; Betreut von: Andreas Legath]

Das Kunstbuch "Ich, Michelangelo" von Georgia Illetschko ist keine wissenschaftliche Kunstrezension, sondern eine Textbiografie in essayistischer Form. Hierbei ist zu bemerken, dass es der Autorin vor allem darum geht, den Renaissancekünstler mit einem subjektiven Blick auf dessen Umgebung, Gefühle, Gedanken und Zeit darzustellen. Dies erreicht sie durch zahlreiche Verweise und Zitate aus diversen Briefen und Gedichten, etc. Das Besondere an diesem Buch ist, dass es die LeserInnen näher zum wahren Wesen Michelangelos bringt. Dadurch unterscheidet es sich von den zahlreichen anderen Sachbüchern. Es zeigt seinen Charakter, kurz um: Er als Mensch steht im Mittelpunkt des Buches.
Das Buch beginnt mit tiefgründigen Sentenzen und Gedichten Michelangelos, was mich persönlich inspirierte weiterzulesen und zudem einen ausgesprochen interessanten Einstieg ermöglichte. Darunter befinden sich auch zwei Detailansichten einer Marmorstatue von David. Eines der wohl auffälligsten Merkmale des Buches sind die zahlreichen Abbildungen und Bilder von seinen Werken.
Die umfangreiche Einführung gibt Auskunft über sein dynastisches Denken, sein Verhältnis zu seinen Freunden und anderen Menschen, welche in seinem Leben eine bedeutende Rolle spielten. Die LeserInnen erfahren aber auch einiges über seinen Zweckpessimismus und seine konstante Unzufriedenheit. Die Autorin ist der Meinung, dass obwohl Michelangelo etwas "pfennigfuchserisch" erscheine, erkenne man doch seine Achtung gegenüber den kleinen Dingen ("Eine Liebe zum Leben in profaner Form"). Letztendlich zeige dies aber auch etwas Freude am Dasein in der irdischen Spähre. Zudem spielt auch sein Verhalten gegenüber seiner Familie eine bedeutende Rolle, welche er trotz seiner Distanziertheit über alles liebt, aber auch sein Hin- und Hergerissensein zwischen der Obrigkeit bzw. Konkurrenten und seiner Kunst ist eines der zentralen Themen in diesem Buch.
Das nächste Kapitel befasst sich mit der Bildhauerei: "Die Kunst des Wegnehmens - Michelangelo und der Stein". Hier werden einzelne Skulpturen dargestellt und besprochen. Über seine Fähigkeiten in der Malerei und der Grafik erfährt man hier sehr viel, unter anderem über das wohl berühmteste Werk Michelangelos: das Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle. Es kann in seiner gesamten und imposanten Gestalt auf einer erweiterten Doppelseite bewundert werden. Danach widmet sich die Autorin seiner architektonischen Begabung.
Zum Schluss gibt Georgia Illetschko einen sehr ausführlichen Überblick über die Biografie und die gesamten Werke Michelangelos. Zudem findet man eine übersichtliche Abbildung mit den jetzigen Standorten seiner wichtigsten Werke.
Das Buch kann ich jedem nur wärmstens empfehlen, der abseits der faktenbasierten Biografie etwas über den Menschen Michelangelo erfahren will. Es ermöglicht einen sehr genauen Einblick in die Welt und das Leben Michelangelo Buonarottis, sodass ein äußerst detailreiches Bild der Person in den Köpfen der Leser entsteht. Ein ausgesprochen gut recherchiertes Buch in einem unterhaltsamen, aber sachlichen, Stil geschrieben! Deshalb gebe ich dem Buch 5 Punkte!

Empfohlene Zitierweise

Selina Gebel: Rezension von: Georgia Illetschko: Michelangelo. In: LESEPUNKTE, URL: http://lesepunkte.uni-koeln.de/rezensionen/georgia-illetschko-ich-michelangelo/
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