Christopher Paolini: Eragon-Reihe

Lesepunkte: 4 Punkte
AutorIn: Christopher Paolini
Titel: Eragon
Verlag: cbj ISBN: 978-3-570-12803-9, 978-3-570-12804-6, 978-3-570-12805-3, 978-3-570-13816-8

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Rezensiert von: Amelie Schwandt [Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Leverkusen; betreut von: Christoph Heckl]

Vom Bauernjungen zur Legende: Der Weg des einzigen freien Drachenreiters.

In der Eragon-Reihe von Christopher Paolini geht es um den Bauernjungen Eragon, der in dem ärmlichen Dorf Carvahall im Palancartal bei seinem Onkel Garrow und seinem Cousin Roran lebt. Bei der Jagd im Buckel, einer gefürchteten Gebirgskette, findet er einen ungewöhnlichen blauen Stein. Dieser entpuppte sich jedoch als Drachenei, als eines Nachts die blaue Drachendame Saphira aus ihm schlüpft. Mit Eragons erster Berührung verbindet die beiden das uralte Band der Drachenreiter, wodurch sie spüren, wie es dem anderem gerade geht und in Gedanken miteinander kommunizieren können. Eragon, der schon vorher fasziniert von den Drachenreitern war, versteckt Saphira um kein Aufsehen zu erregen. Doch als die Ra’zac, menschenfressende, mörderische Kreaturen, den Hof von seinem Onkel abbrennen und Garrow an seinen Brandverletzungen umkommt, macht sich Eragon zusammen mit Saphira und dem mysteriösen Geschichtenerzähler Brom auf den Weg, um die Ra’zac zu vernichten und somit Garrows Tod zu rächen. Auf ihrer Reise bringt Brom dem unwissendem Eragon alles bei, was er als Drachenreiter können muss. Dazu zählen anstrengende Übungseinheiten im Schwertkampf, das Erlernen der alten Sprache, der Sprache der Magie und der Zugriff auf die eigene Lebenskraft, um selbst Magie wirken zu können. Allerdings sind die Ra’zac nicht das einzige Problem des Drachen-Reiter-Gespanns: Abgesehen von Saphira und dem wahnsinnigen schwarzen Drachen Shruikan, der zu dem grausamen unsterblichen König Galbatorix gehört, der das Land mit Gewalt, Magie und Unterdrückung regiert, gibt es keine lebenden Drachen mehr. Die einzigen beiden verbliebenen Dracheneier sind im Besitz von Galbatorix, der von Saphira weiß und sie und ihren Reiter unter seiner Macht haben will. Doch auch die anderen Völker, die Alagäesia besiedeln, versuchen der Tyrannei des Königs zu entkommen. Die Zwerge haben sich unter die Erde zurückgezogen und die Elfen schützen ihren Wald, duWeldenvarden, mit zahlreichen Schutzzaubern. Nur die Urgals, riesige menschenähnliche Wesen mit Hörnern, scheinen sich nicht an Galbatorix zu stören. Sie bereiten allerdings auch Probleme, da sie in ihrer Langeweile und um weiblich Artgenossen zu beeindrucken, zahlreiche kleine Menschendörfer auf die schaurigsten Weisen vernichten. Eragon und Saphira setzen alles daran, Galbatorix zu besiegen und dessen Schreckensherrschaft zu beenden. Davon abgesehen wollen sie die letzten Dracheneier retten, um das Drachenvolk vor dem Aussterben zu bewahren. Doch es warten zahlreiche Überraschungen auf sie…

Mir gefällt die Eragon-Reihe sehr gut, da die Geschichte einen sehr spannenden Verlauf hat und der Leser/die Leserin immer wieder aufs Neue verblüfft wird. Es gibt viele Andeutungen, die später aufgedeckt werden. Abgesehen davon sind die Charaktere sehr unterschiedlich und werden interessant und realistisch beschrieben. Vor allem die Beziehung zwischen Drache und Reiter ist wundervoll erzählt. Die Reihe ist ein absolutes Muss für alle Fantasy-Liebhaber, die gerne Drachen mögen oder Königreiche mit verschiedenen Völkern. Das einzige, was mir überhaupt nicht zusagt, ist das Ende der Reihe (vierter Band). Meiner Meinung nach ist es viel zu offen und einige Dinge bleiben komplett ungeklärt. Abgesehen davon sind Eragon und ein weiterer wichtiger Charakter selbst sehr unglücklich über ihren weiteren Weg. Mittlerweile gibt es zwar einen fünften Band, doch dieser ist in meinen Augen eine echte Enttäuschung. Dieser Band erzählt einige Kurzgeschichten, in denen Eragon und Saphira aber nur noch Nebenrollen spielen. Der Leser findet nicht den Anschluss und es ist eine wirkliche Enttäuschung, vor allem da Paolini angekündigt hat, dass es im fünften Band weiter um Eragon gehen soll. In meiner Frustration über dieses Ende habe ich mich auf die Suche nach sogenannten Fanfictions begeben und habe eine wundervolle Weiterführung gefunden. Der Autor schreibt unter dem Namen „Traeumer“ und hat in drei Bänden eine ausgezeichnete Fanfiction geschrieben. Er knüpft direkt an die Geschichte an und Eragon und die anderen wichtigen Charaktere spielen nach wie vor eine Rolle. Er gibt aber auch früheren Nebenrollen eine Hauptrolle und bezieht sich auf die winzigsten Details in der Original-Reihe. Auch seine neuen, selbst erfundenen Charaktere und die, die er weiter ausgeführt hat, sind wundervoll. Er schafft eine ganz neue Welt östlich von Alagäesia. Seine Fortsetzung ist fesselnd und sie hätte definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient. Für mich ist sie die „wahre“ und einzig richtige Fortsetzung für Eragon Band vier. Zusätzlich hat er auch eine OS-Sammlung (Kurzgeschichten) geschrieben, die aber super seine drei eigenen Bände ergänzt. Seine Fanfictions sind auf der Website https://www.fanfiktion.de/  und dieser Link führt zu seinem Epilog zu Band vier https://www.fanfiktion.de/s/4eca27f70000529006704a38/1/Eragon-Band-4-Epilog . Ich bin einfach nur begeistert von dieser Fanfiction!

Jetzt aber wieder zurück zum Buch; ich gebe der Eragon-Reihe 4 von 5 Lesepunkten, da mir die Geschichte sehr gut gefällt, vor allem die Spannung und die vielen Überraschungen. Man nimmt sich vor, eine Stunde zu lesen, doch man kann einfach das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Wie ich schon gesagt habe, kann ich mich nicht mit dem Ende abfinden, deswegen gibt es nicht die volle Punktzahl.


Diese Rezension wurde aus eigener Initivative bei der LESEPUNKTE-Redaktion eingereicht. Das Buch wurde nicht von den LESEPUNKTEN zur Verfügung gestellt, sondern stammt aus dem privaten oder schulischen Bibliotheksbestand.

Empfohlene Zitierweise

Amelie Schwandt, Rezension von: Christopher Paolini: Eragon. In: LESEPUNKTE 2019, https://lesepunkte.de/rezensionen/christopher-paolini-eragon-reihe
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