Andreas Steinhöfel: Die Mitte der Welt

Lesepunkte: 5 Punkte
Autor: Andreas Steinhöfel
Titel: Die Mitte der Welt
Verlag: Carlsen ISBN: 978-3-551-31597-7
Seiten: 480 Preis: 9,99 Euro
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Rezensiert von: Maike Gnad [Kopernikus-Gymnasium Niederkassel;Betreut von: Verena Thiesen]

Das Buch „Die Mitte der Welt“ von Andreas Steinhöfel thematisiert die Geschichte des 17 jährigen Phil, seiner Zwillingsschwester Dianne und seiner Mutter Glass. Sie handelt vom Erwachsenwerden, der Liebe, der Freundschaft und der Pubertät.

Phil ist homosexuell, seine Mutter kommt aus Amerika und ist in die kleine Stadt zugezogen. Die kleine Familie lebt sozial abgeschieden in einer alten Villa am Stadtrand.

Die Zwillinge wachsen ohne Vater auf. Die Mutter bekam die beiden schon mit 18 Jahren, als sie selber noch ein Kind war und noch vieles ausprobierte. Durch unterschiedliche Männer der Mutter, leiden die Zwillinge sehr unter den familiären Bedingungen. Glass ist für die Zwillinge kein richtiges Vorbild. Sie erzählt nichts über den Vater der beiden und möchte von Phil und Dianne mit dem Vornamen angesprochen werden. Dies führt zu einer gewissen Anspannung und Distanz der Zwillinge zu der eigenen Mutter.

Die Geschichte ist aus der Perspektive von Phil geschrieben. Der 17 Jährige steckt mitten im Prozess des Erwachsenwerdens und sucht seinen Platz in der Gesellschaft - seine „Mitte der Welt“. Durch die familiären Probleme und die Abneigung seiner Zwillingsschwester ist dies jedoch sehr schwer. Zudem kommen noch die Abneigung der Dorfbewohner gegenüber der Familie und seine Liebe zu einem Mitschüler hinzu, was sein Leben nicht unbedingt leichter macht. Eine große Stütze ist seine Freundin Kat für ihn.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und es fiel mir schwer, es zur Seite zu legen. Durch die vielen Probleme, die in dem Buch behandelt werden, bleibt es bis zum Schluss spannend. Außerdem beschreibt es sehr schön, wie schwer es ist, den passenden Platz in der Gesellschaft zu finden. Vor allem, wenn man keine Vorbilder wie Mutter bzw. Vater hat, die man auch mal um Rat fragen kann. Durch die Bilder, die in der Mitte des Buches auftauchen, kann man sich die einzelnen Charaktere sowie die Szenen viel besser vorstellen.

Was mir nicht so gut gefallen hat, sind die sehr häufig vorkommenden Streitgespräche. Anfangs waren sie sehr spannend und mitfühlend, jedoch gegen Ende vorausdeutend. Allerdings ist dies nur ein sehr kleiner Makel.

Das Buch ist vor allem für Jugendliche sehr gut geeignet, die ihren Platz in der Gesellschaft noch nicht gefunden haben. Es macht einem Mut und gibt einem auch in manchen Situationen einige Tipps. Außerdem stellt man fest, wie wichtig ein Elternhaus ist, um einem Orientierung und Halt zu geben. Glass schafft es trotz ihrer chaotisch erscheinenden Mutterrolle, die Zwillinge für die Welt stark zu machen.

Empfohlene Zitierweise

Maike Gnad, Rezension von: Andreas Steinhöfel: Die Mitte der Welt, In: LESEPUNKTE 2017, https://lesepunkte.de/rezensionen/andreas-steinhoefel-die-mitte-der-welt/
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