Alles rund um Philosophen und Philosophinnen
Das Buch „Weise und rebellisch- Was wir von den großen Philosophen heute noch lernen können“, wurde von Chiara Pastorini und Perceval Barrier verfasst und 2024 vom Knesbeck Verlag/München veröffentlicht. Es widmet sich dem Leben großer Philosophinnen und Philosophen sowie ihrer Lehren und verfolgt diese von der Antike über das Mittelalter und die Neuzeit bis zur Gegenwart.
Außergewöhnliche Kapitel-Ordnung
Die Kapitel sind nach einem Zeitstrahl geordnet, der am Anfang eines Kapitels grafisch dargestellt wird und auf dem der zeitliche Abschnitt, mit dem sich das Kapitel befasst, hervorgehoben wird.
Umfangreiche Gestaltung
An sich ist der Aufbau des Buches sehr übersichtlich gestaltet. Ein Kapitel beinhaltet jeweils die übergeordnete philosophische Lehre oder den/die Philosophen/Philosophin, den Zeitstrahl, der vor Augen führt, um welche Epoche es sich handelt - Antike, Mittelalter, Neuzeit oder Gegenwart - und die geographische Lage des Landes, in dem z. B. der Philosoph oder die Philosophin gelebt hat. Des Weiteren führt ein kurzer Text in das Kapitel ein und gibt personenbezogenen Kontext. Darauf folgt ein sehr anschaulich gestalteter Comic, in dem durch lebhaft gemalte Bilder und Sprechblasen die Lehren und berühmten Geschichten, die sich auf den Philosophen oder die Philosophin beziehen, erklärt werden. Dazu werden am Ende der Kapitel Regeln beschrieben und von farbenfrohen Bildern untermalt. Ein Beispiel dafür ist das 4. Kapitel, das auf Seite 35 beginnt und in dem es um den Kyniker Diogenes geht. Am Ende des Kapitels stehen Beispiele, wie man nach Diogenes´ Regeln lebt und wie diese auf ein jedes Leben bezogen werden können, welches danach strebt, dieser Philosophie oder der Lebensweisen bestimmter Philosophen oder Philosophinnen zu folgen.
„Aufschlussreich und lebhaft“
Die kurzen Sachtexte sind aufschlussreich und die Illustrationen des Buches sind lebhaft, kreativ und passen farblich zu dem jeweiligen Kapiteln. Auch ist es nennenswert, dass sich das Buch nicht nur auf männliche Philosophen beschränkt, obwohl das Feld der Philosophie vor allem in der Antike und im Mittelalter von Männern dominiert wurde. Dadurch dass Philosophinnen wie Hannah Arendt oder Simone de Beauvoir behandelt werden, bekommt der Leser/die Leserin ein Bild von der geschlechterbezogenen Entwicklung der Philosophie und den Lehren von Philosophinnen, die als ebenso wichtig betrachtet werden sollten, wie die der männlichen Denker.
Differenziertere Perspektive fehlt
Trotzdem haben mir bei manchen Philosophen und deren Lehren wichtige Punkte gefehlt, die durchaus eine etwas differenziertere Perspektive gegeben hätten. Ein Beispiel ist das Kapitel der Stoiker, in dem mir die Erläuterung ihres starken Pflichtbewusstseins gefehlt hat. Doch ist mir ebenfalls bewusst, dass es sich um einen Comic handelt, das danach strebt, jüngere Personen genauso abzuholen wie auch ältere - und somit manche Dinge etwas knapper zusammenzufassen hat.
Empfehlung!
Mir hat das Lesen des Buches viel Freude bereitet und auch die Querverweise zwischen manchen Philosophen oder Philosophinnen haben die Autoren gut dargestellt. Ich würde das Buch ab einem Alter von 11 Jahren empfehlen. Es eignet sich für jede:n, dem etwas daran liegt, berühmte Philosophen und Philosophinnen sowie ihre Lehren zu verstehen und humorvoll nahegelegt zu bekommen und auch, um einen Überblick zu erhalten und sich so, falls ein Interesse besteht, in die Themen, die man am interessantesten fand, näher einzuarbeiten.
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